Positionen zu den Thesen
Hier siehst du die Stellungnahmen der Partei zu allen Thesen
Deutschland soll die Ukraine weiterhin militärisch und humanitär unterstützen.
Die Ukraine ist von Russland überfallen worden. Die Ukraine ist eine Demokratie, Russland eine Diktatur. Der russische Machthaber hat die freiheitlichen Demokratien zu Feinden erklärt. Das schließt Deutschland ein.
Deutschland soll sich kompromisslos hinter das internationale Völkerrecht stellen und dieses aktiv vertreten.
Rechtsstaatlichkeit hat vielen Ländern und ihren Einwohnern Sicherheit und Wohlstand gebracht. Sie zu verteidigen liegt in unserem ureigensten Interesse.
Deutschland soll sich bedingungslos für die Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens einsetzen.
Die Klimakrise verschärft unsere Emissionen jeden Tag. Das Pariser Klimaschutzabkommen verabredet allerdings nur Ziele, keine konkreten Maßnahmen. Die Frage der Maßnahmen wir also weiterhin Gegenstand der politischen Debatte sein.
Die EU soll sich wirtschaftlich und militärisch stärker von den USA unabhängig machen.
Hintergrund ist die schwindende Verlässlichkeit der USA.
Die allgemeine Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden.
Solange die Personalziele der Bundeswehr auf freiwilligem Wege erreicht werden, ist dies nicht nötig.
Der Führerschein ab 16 sollte eingeführt werden.
Das Führen eines Kraftfahrzeugs beinhaltet das Risiko tödlicher Unfälle. In der Abwägung der verschiedenen berechtigten Interessen ist das begleitete Fahren ein guter Kompromiss.
Die Gesetze zur Migrationspolitik sollen verschärft und die Zuwanderung drastisch reduziert werden.
Deutschland braucht Zuwanderung um seine Bevölkerungszahl zu halten und weiterhin wirtschaftlich stark zu sein. Zur Realität gehört, dass ein (großer) Teil der Zugewanderten sich hier schnell und problemlos zurechtfindet, die Sprache lernt, einer Arbeit nachgeht. Probleme hingegen macht der Teil der Zugewanderten, der z. B. unsere Lebensgewohnheiten und Werte nicht akzeptieren kann oder will. Daraus resultieren zahlreiche Konflikte und das Potenzial für die Hetze gegen Zuwanderung überhaupt. Daher müssen wir insgesamt mehr in die Integration und das friedliche Zusammenleben investieren. Erste Ansätze dafür sind die schon vorhandenen Migrantenorganisationen, Quartiersmanagement-Gebiete, Stadtteilzentren, Integrationsprogramme von Arbeitsagentur und Jobcenter und vieles mehr. Es bleibt aber eine permanente Aufgabe, die auch kontinuierlich weiterentwickelt und an sich verändernde Umstände angepasst werden muss.
Deutschland soll eine wichtigere Rolle in der NATO einnehmen.
Das macht Deutschland allerdings jetzt auch schon. Das Bündnis ist ausschließlich für den Verteidigungsfall gemacht und basiert auf gegenseitiger Unterstützung je nach den eigenen Möglichkeit. Ein großes Land wie Deutschland muss sich im Interesse aller Partner – und das ist auch deren Erwartung – angemessen engagieren.
Umweltschutz und Nachhaltigkeit müssen vermehrt auch gesetzlich durchgesetzt werden.
Bereits jetzt haben wir relativ hohe Umweltstandards. Verbesserungsnotwendigkeiten gibt es beispielsweise bei der Energiewende in allen Sektoren, bei der Kreislaufwirtschaft und bei der Wiederherstellung der Natur.
Um Kriminalität besser bekämpfen zu können, soll die Strafgesetzgebung verschärft werden.
Die Gesetzgebung überhaupt und daher auch das Strafgesetz werden permanent an die sich ändernde Welt angepasst. Da sich Kriminalität und kriminelle Strukturen weiterentwickeln, ist das auch beim Strafrecht und den Sicherheitsbehörden erforderlich.
Soziale Medien sollten für Unter-16-Jährige verboten werden.
Laut Wahlprogrammentwurf wollen wir die Handynutzung an Grundschulen verbieten. Hintergrund sind die erwiesenen Schäden, die die um sich greifende massive Nutzung sozialer Netzwerke bzw. digitaler Bildschirmgeräte (Handy, Tablet) verursachen. Dies geht bis zu einer autismusähnlichen Wahrnehmungs- und Verhaltensstörung (digitaler Autismus) sowie eine ausgeprägte Handy-/Socialmediasucht mit Kontrollverlust und Entzugserscheinungen. Aus der Neurophysiologie wissen wir, dass das menschliche Gehirn erst im Alter von ca. 25 Jahren ausgereift ist. Es verändert sich danach zwar durch kontinuierliches Lernen weiter, grundlegende Prozesse sind aber abgeschlossen. Daher ist das erwachsene Gehirn nicht in gleichem Maße anfällig für Schäden wie das junge, sich noch entwickelnde Gehirn. In Teilen unserer Partei wird aus diesen und weiteren Gründen daher auch heute schon sehr offensiv in Richtung eines gänzlichen Socialmediaverbots für Kinder und Jugendliche diskutiert. Es sollte aber bei diesem komplexen Thema zwischen Handy-/Tablet-/Bildschirmnutzung und Socialmedia unterschieden werden.
Das bestehende Gesetz zur Legalisierung von Cannabis soll abgeschafft werden.
Die Evaluation dieses Gesetzes ist noch nicht abgeschlossen. Zurzeit sind keine gravierenden negativen Effekte absehbar. Dennoch bleibt die Evaluation abzuwarten.
Das Renteneintrittsalter soll an die Lebenserwartung angepasst werden.
Mit der Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre wird derzeit gerade eine Erhöhung umgesetzt. Eine weitere Erhöhung ist derzeit nicht zwingend erforderlich. Ob dies zukünftig zu irgendeinem Zeitpunkt notwendig ist, lässt sich derzeit nicht vorhersagen.
Politische Bildung muss an den Berliner / deutschen Schulen eine größere Rolle spielen, um dem Ziel, mündige Bürger zu erziehen, gerecht zu werden.
Angesichts des gesellschaftlichen Trends hin zu autoritären bis demokratiefeindlichen Ansichten spielt politische Bildung eine sehr große Rolle. Wir wollen deshalb an den Schulen diesen Aspekt verstärken und auch die schulische Zusammenarbeit z.B. mit der Landeszentrale für politische Bildung stärken.
Das Land Berlin soll mehr in die Bildung investieren, um bessere Teilhabe und Chancengleichheit auch für sozial Benachteiligte zu ermöglichen.
Die Situation in den Klassen an vielen Schulen zeigt, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Wir Sozialdemokrat:innen setzen uns ein für soziale Aufstiegschancen durch Bildung und für Chancengerechtigkeit für alle unabhängig vom Einkommen der Eltern.
Das Land Berlin soll die Stärkung der Demokratie fördern – gegen den Rechtsruck und rechtspopulistische Bestrebungen.
Siehe Antwort zu Nr. 14. Für das Land Berlin wollen wir ein Landesdemokratiefördergesetz beschließen, damit zivilgesellschaftliche Initiativen und Bündnisse, die aktiv unsere Demokratie und Teilhabe stärken, selbst die Unterstützung erhalten, die sie brauchen, um gut arbeiten zu können.
Jugendliche in Berlin sollten bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs den ÖPNV kostenlos nutzen können.
In Berlin können Schülerinnen und Schüler seit 2019 bis zum Schulabschluss mit dem kostenfreien BVG-Ticket fahren. Damit sind wir den meisten Bundesländern voraus, auch das ist gelebte Teilhabe.
Der Wasserstand des Groß Glienicker Sees soll stabilisiert werden.
Ja, wenn möglich sogar aufgefüllt. Der See dient indirekt als Trinkwasserspeicher, hat schützenswerte Biotope und einen hohen Erholungswert für die Bevölkerung. Dies alles hängt vom Wasserstand im See ab. Die vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, dass dies nur mit einer Wasserüberleitung aus der Havel möglich ist. Deshalb haben wir bereits Gespräche mit den Berliner Wasserbetrieben aufgenommen und befinden uns in fortgeschrittenen Gesprächen, um den Groß Glienicker See zu stabilisieren und zu erhalten.
Die Infrastruktur am Groß Glienicker See soll zeitnah ausgebaut werden (z.B. Toiletten / Umkleiden / Sportangebote).
Der Bedarf ist eindeutig vorhanden.
Die Infrastruktur am Sportplatz in der Landstadt soll dringend ausgebaut werden. (Toiletten/ Umkleiden)
Der Bedarf ist vorhanden.
Die Sportflächen in der Region Gatow Kladow sollen ausgebaut werden.
Es gibt erhebliche Mehrbedarfe.
Die Bustaktung von und nach Kladow, vor allem zu Nachtzeiten und bei Schulschluss, muss verbessert werden.
Das ist unsere generelle Priorität für die ganze Stadt. Dazu gehört aber auch: Mehrbedarfe sieht die BVG gerade für Kladow allerdings bisher nicht.
In Kladow sollen mehr Orte zur Begegnung für Jugendliche, auch im Freien, geschaffen werden.
Im Prinzip ja - Begegnungsorte für Jugendlich im Freien scheinen aber nicht das größere Problem zu sein.
In Spandau sollen die Verordnungen zur Verwendung von Mehrweggeschirr bei 'To Go - Lieferungen' von Restaurants besser umgesetzt und kontrolliert werden.
Ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit.
Die Polizeipräsenz in Kladow muss v.a. an Wochenenden und in den Abendstunden erhöht werden.
Bedingt Ja - Insgesamt muss mehr in die öffentliche Sicherheit investiert werden. Die Frage der sichtbaren Polizeipräsenz in allen Stadtteilen ist ein Teil davon.
Illegaler Drogen- und Alkoholkonsum soll in Gatow Kladow stärker kontrolliert und sanktioniert werden.
Illegaler Alkoholkonsum kann nur Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren betreffen. Wenn er auffällt wird er auch verfolgt. Illegaler Drogenkonsum betrifft kriminelle Strukturen des professionellen Handels und wird von der Polizei stadtweit verfolgt. Siehe Nr. 25.
Der Ausbau sicherer Radwege in Gatow Kladow soll priorisiert vorangetrieben werden.
Keine generelle Priorisierung. Grundsätzlich müsste das Land Berlin mehr in Straßen sowie Rad- und Fußwege investieren. Der begrenzte Landeshaushalt lässt dies aber nicht zu. Auch deshalb, weil Tiefbau äußerst teuer und viel Geld verschlingt, ohne dass man an der Oberfläche viel davon sieht.
In der Region Gatow Kladow soll mehr bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende und Studierende geschaffen werden.
Dies ist ein generelles Thema in der ganzen Stadt. Es lässt sich nicht auf Kladow einengen, weil auch die Flächen dafür begrenzt zur Verfügung stehen. Wir stehen für mehr bezahlbaren Wohnungsbau durch die städtischen Wohnungsunternehmen, für gezielte Bauvorhaben für Azubi- und Studentenwohnen, für mehr Mieterschutz vor Verdrängung und explodierende Mieten. Wir wollen uns aber gezielt dafür einsetzen, mehr studentisches, bezahlbares Wohnen nach Spandau zu holen.
Regionale Hilfs- und Präventionsangebote für Kinder und Jugendliche sollen ausgebaut werden.
Präventions- und Hilfsangebote für Kinder und Jugendliche werden von den Bezirken und daher immer bezirksweit organisiert, manche auch eher berlinweit (Sorgentelefon etc.). Das ist effizient und gut erreichbar. Es ist eine Daueraufgabe für jeden Bezirk die Angebote an die festgestellten Bedarfe anzupassen. Dabei ist jeder Bedarf (Familienhilfe, Schuldnerberatung, Drogenberatung etc.) einzeln zu betrachten.
Der private Autoverkehr in Gatow Kladow soll zugunsten von ÖPNV und Radverkehr zurückgedrängt werden.
Generell sind die Verkehrsprobleme Berlins und damit auch Kladows nur durch eine Stärkung des ÖPNV zu lösen. Daher muss dessen Ausbau Priorität haben. Dabei dürfen aber Radverkehr und Antriebswende (E-Autos) nicht vernachlässigt werden.